Nach dem bisher größten Datenleck in der Geschichte des Journalismus bleibt die Frage: Wer hat die Panama Papers veröffentlicht? In diesem Fall hatte der Hinweisgeber offenbar nur eine Bedingung für die Süddeutsche Zeitung - den Wunsch, anonym zu bleiben.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung : "Die Quelle wollte, abgesehen von ein paar Sicherheitsmaßnahmen, weder eine finanzielle Entschädigung noch irgendetwas anderes." Diese Sicherheitsmaßnahmen sind, obwohl sie nicht explizit im Bericht selbst aufgeführt sind, in dem kurzen Header-Trailer angedeutet, der dem Exposé beigefügt ist, in dem das Leck der Panama Papers vorgestellt wird.

Wie im Trailer gesagt, waren die Bedingungen der Quelle wie folgt: keine physischen Treffen und nur das Chatten benutzte verschlüsselte Dateien. Ob dies darauf hinweist, dass eine verschlüsselte Form einer Messaging-App verwendet wird oder Nachrichten gesendet werden, die in verschlüsselte digitale Dateien eingebettet sind (das Hinzufügen zusätzlicher Sicherheitsebenen), wird nicht explizit erläutert. Die angeregte Unterhaltung zwischen der Quelle und der SZ enthält auch ein erschreckendes Stück, in dem die Quelle behauptet, ihr Leben sei in Gefahr. Nachdem man den ursprünglichen Inhalt der Dateien gesehen hat, ist es nicht schwer zu sehen warum. Die Liste der betroffenen Namen liest sich wie ein Who is Who geopolitischer Machtvermittler im Energiesektor. Stark betroffen sind auch wohlhabende Paare, die Eheprobleme haben; Panamaische Firmen, die an Mossack Fonseca gebunden sind, sollen während des Scheidungsverfahrens Vermögenswerte versteckt haben.

Da die Aufdeckung der geheimen Finanzgeschäfte des Königs von Saudi-Arabien oder der besten Kumpane des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin nicht die beste Karriere- oder Umzugsperiode darstellt, ist es leicht zu verstehen, warum die Quelle anonym bleiben möchte. Es ist nicht bekannt, ob die Quelle ein aktueller oder ehemaliger Mitarbeiter von Mossack Fonseca ist, oder jemand, der unabhängig von Lisbeth Salander aus der Millennium- Serie agiert. Aber die Menge - 2, 6 Terabyte - und die Qualität der Daten zeigen, dass die Süddeutsche Zeitung und ihre Partner im Internationalen Konsortium der Investigativjournalisten im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung der Daten im klaren sind.

Angesichts dessen, was wir über die Panama Papers nach der ersten Publikationsrunde wissen, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Quelle sich melden und bekannt machen wird. Leider ist das Risiko für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Familie zu hoch. Zum Glück für die Öffentlichkeit gibt es Whistleblower, die bereit sind, Risiken einzugehen, wenn gewählte Amtsträger nichts ausrichten können. Ohne ihre Bemühungen wäre es viel schwerer, schlechte Akteure für ihr Verhalten zur Rechenschaft zu ziehen.